Nachhaltige Filme für… was eigentlich?

Das wahre Potenzial nachhaltiger Filmproduktion

Bei der umweltfreundlichen Produktion von Medien ist es unabdingbar, über den Tellerrand zu schauen und die Botschaft mit einzubeziehen. Was bringt zum Beispiel ein nachhaltig produzierter Film, der Fleischkonsum bewirbt? Dennoch wird dieser Zusammenhang von den gängigen Auszeichnungen für nachhaltige Filmproduktion weitestgehend ausgeblendet. Filmemacher Marc Tort Bielefeld geht auf die Suche nach den Ursachen — und praktikablen Alternativen.

Seit diesem Jahr gelten in Deutschland ökologische Mindeststandards bei der Produktion von Filmen, Dokumentationen und Serien. Der „Arbeitskreis Green Shooting“ hat diese in Kooperation mit allen großen Playern der Branche entwickelt. Mit dabei sind TV-Sender, Video-on-Demand-Dienste wie Netflix, Filmproduktionen und Filmförderungen.

Erfüllt ein Film die ökologischen Mindeststandards, kann dieser mit dem „green motion”-Label ausgezeichnet werden. Noch ist die Einhaltung der ökologischen Mindeststandards freiwillig. Ab 2023 wird sie bindend. Die Standards sollen dann jährlich angehoben werden.

„green motion“: Die Latte hängt tief

Nach detaillierter Auseinandersetzung mit den Mindeststandards kann ich ihre rasche Anhebung nur befürworten. So gibt es viele Soll-Anforderungen, bei deren Verfehlen das Label trotzdem vergeben werden kann. Tatsächlich müssen selbst von den 21 Muss-Vorgaben nur 18 erfüllt werden, was den Begriff ad absurdum führt.

Besonders überrascht hat mich, dass Flugreisen, solange es keine Kurzstrecken sind, unbegrenzt möglich sind. Aber auch andere Vorgaben, wie beim Thema Catering, scheinen aus der Zeit gefallen. So muss das Essen nur einmal pro Woche vegetarisch sein.

green motion-Label. Bild: ©MFG Baden-Württemberg

Wie groß ist der Umwelteinfluss der Kriterien überhaupt?

Bleiben wir beim Catering. Dort müssen mindestens 50 Prozent der Lebensmittel, gemessen am Einkaufspreis, im Umkreis von etwa 100 km vom jeweiligen Drehort erzeugt worden sein. Außerdem müssen mindestens 33 Prozent der Lebensmittel, gemessen am Einkaufspreis, bio sein. Der Umwelteinfluss des Caterings ist bei einer Filmproduktion aber überschaubar. Dem gegenüber scheint der bürokratische Aufwand unverhältnismäßig. Effektivere und leichter handhabbare Standards wären angebracht, wie etwa: Kein Fleisch und ausschließlich Bioprodukte. Punkt.

Während teilweise sehr detaillierte und unnötig komplexe Standards formuliert werden, bleiben andere Bereiche mit enormem CO2-Einsparpotenzial komplett unberührt. So ließe sich bereits bei der Filmproduktion Einfluss auf die Emissionen beim Streaming nehmen, indem beispielsweise keine Ultra-Formate produziert würden. Videostreaming macht ca. 80 Prozent des Datenverkehrs im Internet aus — das wäre ein riesiger Hebel zur Vermeidung von Umweltbelastungen.

„Sie haben die Mindeststandards ausgezeichnet eingehalten. Glückwunsch!“

Gemeinsame Veranstaltung von Kulturstaatsministerin Claudia Roth mit dem Arbeitskreis Green Shooting. Foto: ©MFG Baden-Württemberg

Neben der Unzulänglichkeit einzelner Kriterien, die durch den Arbeitskreis Green Shooting erarbeitet wurden, beschäftigt mich besonders die Wirkung des Gesamtkonstrukts. Ich befürchte, dass die ökologischen Mindeststandards in der Filmbranche einen gegenteiligen Effekt haben könnten und sogar schon haben. In seiner jetzigen Ausführung ist das Label „green motion” meiner Meinung nach irreführend und lässt sich leicht für klimaschädliche Absichten missbrauchen.

Produktionen, welche die Mindeststandards eingehalten haben, können im Abspann und im Promo-Material nämlich das Label „green motion“ mit der Unterzeile „klimaschonend produziert“ verwenden. Passender wäre doch eher: „erfüllt Mindestvoraussetzungen für klimaschonende Produktion“. Provokant formuliert: Im übertragenen Sinne würde wahrscheinlich niemand auf die Idee kommen, das Label „Super-Bäcker:in“ zu verleihen, weil keine Glasscherben in die Brötchen gebacken wurden.

Sinnvoll wäre eine Abstufung wie beim Nutri-Score für Lebensmittel oder den Energieeffizienzklassen beiElektrogeräten: eine farbcodierte Skala von A bis G als Anreiz, weitere Schritte in Richtung Umweltschutz zu gehen. Das aktuelle Modell motiviert nicht dazu, über die Mindeststandards hinaus aktiv zu werden. Ich fürchte sogar, das Gegenteil ist der Fall.

Nachhaltigkeit ist kein Investitionsanlass

Leider entsteht der Eindruck, Nachhaltigkeit sei ein zusätzlicher Service, der sich einfach hinzubuchen ließe, während alles andere weitestgehend unberührt weiter läuft. Dabei ist für nachhaltiges Handeln ein grundsätzliches Umdenken erforderlich. Ein umweltschonendes Handeln bei der Produktion von Filmen funktioniert aus meiner Sicht nur durch das Vermeiden und Reduzieren von Aufwänden zur Schonung von Ressourcen. Doch das wirtschaftliche Wachstumsprinzip scheint über allem zu schweben. Filme werden so durch das Erfüllen der ökologischen Mindeststandards paradoxerweise aufwändiger und teurer. Ein Beispiel: Zur Erfüllung der Mindeststandards ist das Beschäftigen einer:eines Green Consultant nötig, die:der für die Einhaltung der Mindeststandards sorgen soll. Außerdem wird angeregt, neues Equipment und neue Fahrzeuge anzuschaffen. Vermeintliche Nachhaltigkeit wird so zum Investitions- und Wachstumsanlass. Und durch das Einbinden der Filmförderungen verschiedener Bundesländer passiert dies zumindest teilweise aus Steuergeldern.

Nachhaltige Filme mit gegenteiligem Effekt?

Die größte Lücke, welche für kapitalistische und klimaschädliche Zwecke ausgenutzt werden kann und wird, lassen die ökologischen Mindeststandards für nachhaltig produzierte Filme jedoch an einer anderen Stelle offen. Der Inhalt, die Botschaften der entstehenden Filme haben keine Auswirkung auf die Vergabe des Labels „green motion“. Das öffnet Tür und Tor für Greenwashing.

So könnte etwa Nestlé beschließen, einen Dokumentarfilm zur Rechtfertigung des globalen Handels mit Grundwasser in Plastikflaschen zu produzieren. Dieser hypothetische Dokumentarfilm könnte ohne Probleme das „green motion“-Label erhalten.

Viel banaler und wahrscheinlich bald an der Tagesordnung sind da Szenarien, in denen Filme das „green motion”-Label erhalten, welche Product Placements von umweltschädlichen Konzernen enthalten, nach dem Muster: Protagonist:in tankt bei Shell und isst danach bei McDonalds. Sind solche Filme green motion(s)?

Gerne hätte ich mit den Verfasser:innen der ökologischen Mindeststandards gesprochen und mehr über deren Entstehungsprozess erfahren. Teilen sie meine Befürchtungen? Leider erhielt ich auf meine Interviewanfragen keine Antwort. Bei meiner Arbeit an diesem Artikel erhielt ich jedoch Unterstützung durch Anika Kruse. Sie hat selbst den Lehrgang der Industrie- und Handelskammer (IHK) zur Green Consultant absolviert und ist Vorstandsmitglied im Bundesverband Green Film & TV Consultants Deutschland e.V..

Das ist ihre Einschätzung zum aktuellen Stand von Nachhaltigkeit in der Filmbranche:

Nachhaltigkeit in der Filmbranche fast ausschließlich eine Frage des Geldes

Anika Kruse bei der Arbeit. Foto: ©Anika Kruse

„Filmschaffende sind enorm kreative Menschen, die es verstehen, unmittelbar Lösungen zu finden und umzusetzen. Alle Departments beherrschen es, sehr diszipliniert und extrem effizient zu arbeiten. Nicht ohne Grund war die Filmbranche diejenige, die während der kritischsten Coronazeit in 2020 überwiegend weiterarbeiten konnte; ausgefeilte Hygienekonzepte und konsequente Umsetzung sei Dank. Ein Großteil der Menschen, der mir in meiner Arbeit als Green Consultant begegnet ist, lebt teils seit Jahrzehnten vegetarisch oder vegan, vermeidet privat Plastik, achtet auf Ressourcenschonung und ist in Sorge über die Entwicklungen im Klimawandel. Umweltsensibles Handeln und Planen in der Vorproduktion und während der Dreharbeiten wird jedoch zu oft schlicht vernichtet, vor allem durch einen immer enger werdenden finanziellen Gürtel und die dadurch entstehende Auszehrung und Energieausbeutung aller Beteiligten. Es wird kein Raum zur Stärkung der individuellen, menschlichen Resilienz geschaffen. Ich spreche von der sozialen Nachhaltigkeit: Bei Verknappung von Drehtagen, keiner zusätzlichen Bezahlung für die Zeit, die benötigt wird, um umweltsensible Produktionen zu planen und umzusetzen, und vor allem, bei dem immensen Druck, der auf  Herstellungsleiter:innen und Produktionsleiter:innen lastet, ist die Einhaltung der neuen ökologischen Mindeststandards des „Arbeitskreis Green Shooting“ (der übrigens ironischerweise in der Übersetzung „Arbeitskreis Grünes Schießen“ heißt und nicht „Grünes Drehen“) langfristig eher zum Scheitern verurteilt.

Solange u. A. öffentlich-rechtliche Sender selbst entscheiden, welche ihrer Produktionen das Label „green motion“ erhält, und diese auch noch inhouse prüfen dürfen, und gleichzeitig offenbar ihren Produktionen keinerlei zusätzliche, finanzielle Mittel für ressourcenschonendere Maßnahmen zur Verfügung stellen, bleibt es kritisch zu betrachten, welchen ernsthaft nachhaltigen Impact zum Umdenken und entsprechendem Handeln ein Label namens „green motion“ in der Filmbranche haben kann.“

Was bedeutet es für Werbefilme, wenn ihre Produktionsweise und ihr Inhalt getrennt voneinander betrachtet werden?

Konzerne haben ein Interesse daran, möglichst umweltfreundlich zu wirken. Besonders, wenn sie finanziell von der Zerstörung der Umwelt profitieren.

Wenn Labels für vermeintlich nachhaltige Filme keine Anforderungen bezüglich ihres Inhaltes vorgeben, gibt das Konzernen neue Mittel, klimaschädliche Geschäftspraktiken zu verdecken, zu legitimieren, weiter auszubauen oder davon abzulenken. Das lässt sich anhand des neuen Filmpreises „Giraffe“ veranschaulichen.

In Anlehnung an die ökologischen Mindeststandards des „Arbeitskreises Green Shooting“ wurde beim Deutschen Werbefilmpreis 2022 erstmals die Giraffe verliehen, um einen besonders nachhaltig produzierten Werbefilm zu ehren.

Ich reichte selbst mehrere Projekte ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich bereits intensiv mit dem Label „green motion“ beschäftigt und konnte es mir nach dem Ausfüllen der Checkliste im Einreichungsprozess nicht verkneifen, mit den Veranstalter:innen der Giraffe in Kontakt zu treten. Ich wies darauf hin, dass eine umweltfreundliche Filmproduktion nutzlos wird, wenn der entstehende Film inhaltlich umweltschädliche Praktiken fördert.

Nach einem irritierenden Schriftwechsel waren meine Erwartungen für die Veranstaltung bereits sehr niedrig. Trotzdem hätte ich mir gerne persönlich ein Bild gemacht. Leider fand die Preisverleihung der Giraffe am Freitagvormittag des 25.03.2022, parallel zum globalen Klimastreik, statt.

Autowerbefilme können nach den aktuellen Standards Nachhaltigkeitspreise gewinnen. Foto: ©Gordon Sowie

Sollte Autowerbung Nachhaltigkeitspreise gewinnen?

Nach der Veranstaltung war es schwierig, herauszufinden, welcher Film überhaupt gekürt wurde. Auf mehrere Anfragen meinerseits kam keine Reaktion. Mittlerweile ist die Giraffe ganz von der Website des Deutschen Werbefilmpreises verschwunden. Auch unter der Kategorie „Rückblick 22“ sind keine Infos oder Bilder zur Giraffe mehr auffindbar.

Durch eigene Recherche fand ich einige Tage später heraus, dass die EASYdoesit GmbH für die Produktion eines Werbefilms für den Autohersteller Mercedes-Benz und die Modemarke Heron Preston ausgezeichnet wurde. In dem Video wird gefeiert, dass Mercedes-Benz seit 40 Jahren den Airbag verbaut. Zu diesem Anlass hat Heron Preston Mode aus alten Airbags recycelt.

Mercedes-Benz ist eine Marke, die sich viel Mühe gibt, möglichst nachhaltig zu wirken. Die Öffentlichkeit soll die Mercedes Benz Group AG, die 2021 mit der Aufspaltung der Daimler AG enstanden ist, als klimabewusstes Unternehmen wahrnehmen, das alles in seiner Macht Stehende tut, die Klimakrise zu verhindern. Zahlen beweisen jedoch das Gegenteil.

Die Daimler AG bzw. Mercedes Benz Group AG fahren seit 2010 jedes Jahr Milliardengewinne ein. Im Jahr 2021 waren es über 23 Milliarden Euro. Seit 2010 verkauften sie – von 2020 einmal abgesehen – jedes Jahr mehr Mercedes Benz Cars und Vans mit Verbrennungsmotoren als im Vorjahr: 2010 waren es 1,5 Millionen verkaufte Verbrenner, 2021 waren es über 2,3 Millionen. Dem gegenüber stehen nur 99.301 verkaufte Elektroautos im Jahr 2021.

Geht es um einen Aufruf zu mehr Umweltschutz oder um den Profit?

Es ist mehr als verständlich, dass Mercedes eine nachhaltige Filmproduktion in Auftrag gibt, um ein positives Bild zu vermitteln. Wie ist jedoch die Herstellung eines nachhaltigen Werbefilms zur Präsentation einer recycelten Modekollektion im Vergleich zum sonstigen Wirken des Konzerns zu gewichten? Möchte der Konzern wirklich Aufmerksamkeit für das Thema Umwelt schaffen, obwohl er unter wirkungsvollen Maßnahmen zum Schutz des Klimas wirtschaftlichen Schaden nehmen würde? Oder soll hier ein Eindruck vermittelt werden, der im krassen Gegensatz zur Realität steht, um ungestört maximalen Profit zu generieren? Dürfen solche Filme mit Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet werden?

Diese Fragen wollte ich auch den Menschen hinter der Giraffe stellen. Tatsächlich haben sich Tony Petersen(Vorstand der Deutschen Werbeakademie e.V.) und Atena Wetzel (eine der Organisator:innen der Giraffe und Teil der Jury) zu einem Interview bereit erklärt.Leider lief das virtuelle Treffen auf mehreren Ebenen unbefriedigend ab. Der Termin war auf 45 Minuten angesetzt. Nach 15 Minuten technischer Probleme konnte ich endlich ein kurzes Intro zu den Beweggründen für meine Kontaktaufnahme geben und meine ersten Fragen stellen. Ich wollte wissen, welche Rollen die beiden in Zusammenhang mit der Giraffe innehatten. Leider triggerte mein Intro einen Monolog bei Tony, der sich trotz mehrerer Versuche nicht unterbrechen ließ.

Fragen bleiben unbeantwortet

Die Frage blieb zunächst unbeantwortet. Stattdessen wurde ich eine gute Viertelstunde regelrecht belehrt und fühlte mich in meine Schulzeit zurückversetzt. Tony und Atena versicherten mir, dass schon Vieles in Bewegung gesetzt wurde, um die Branche in eine nachhaltigere Richtung zu bringen, und dass Änderungen nicht von heute auf morgen möglich seien. Die Giraffe wurde dieses Jahr zum ersten Mal vergeben und sei noch nicht perfekt. Am Ende des Gespräches zeigte sich Tony enttäuscht darüber, dass ich nicht von seinen Standpunkten zu überzeugen gewesen sei. Das vermittelte mir seine unpassende Erwartungshaltung für das Interview. Ich wollte Informationen zur intransparenten Preisverleihung sammeln – nicht persönlich überzeugt werden. Auf meinen anschließenden Versuch, einige Antworten per Mail zu bekommen, ergab sich ein weiteres Gespräch mit Atena Wetzel. Dabei haben wir jedoch hauptsächlich die Motivation hinter diesem Artikel besprochen.

Dass Werbung und Nachhaltigkeit auch zusammen funktionieren, kann Sabine Harnau bestätigen. Sie ist ehrenamtlich bei the ethical move tätig und Expertin für werteorientiertes und kreatives Arbeiten. Ein Kommentar:

Sabine Harnau, werteorientiert arbeitende Texterin. Foto: ©Sabine Harnau

„Ethisches Marketing muss einen Blick auf Nachhaltigkeit beinhalten.

Es gibt einige Aspekte zu prüfen, darunter:

  • Unsere Verantwortung: Der C02-Fußabdruck unserer Medien und Methoden. Dazu gehört auch die Filmproduktion.
  • Langlebigkeit: Firmen und Produkte sollen Bestand haben. Sie sind dazu da, echte Bedürfnisse zu erfüllen und mehr Lebensqualität zu ermöglichen.
  • Ablehnung von Greenwashing: Der Versuch, „grün“ auszusehen, ohne tatsächlich grün zu sein, ist unehrlich und unethisch.
  • Das System: Einzelne für Verhalten zu beschämen, das nicht in ihrer Verantwortung liegt, nützt Unternehmen und dem profitablen „Ökomarkt“ – nicht der Umwelt.

Wir müssen uns aus der Schleife der Fehlinformationen befreien, die behaupten, Nachhaltigkeit sei eine Frage von Strohhalmen und Plastiktüten. Ja, das gehört natürlich dazu. Aber wir müssen das System ändern.“

Zusammen zu echter Nachhaltigkeit

Die Klimakrise bewältigen wir nicht mit dem kräftigen Drehen an einer einzelnen Schraube. Ich kann den Klimawandel nicht alleine aufhalten. Die Filmbranche kann es auch nicht alleine. Aber das erwartet auch niemand. Die gute Nachricht ist, dass die Mittel und Kompetenzen zur Rettung unseres Planeten bereits alle vorhanden sind. Wir müssen nur zusammenarbeiten und unsere Kräfte bündeln.

Filme sind kein Selbstzweck

Foto, Kinosaal
Filme erreichen viele, viele Menschen. Foto: ©Krists Luhaers

Die vermittelten Geschichten, Ideen und Werte haben riesiges Potenzial, einen Wandel auf kultureller Ebene herbeizuführen. Wie viele der heutigen Klimaaktivist:innen wurden wohl durch den Film „Eine unbequeme Wahrheit“ inspiriert? Oder denkt mal an „Super Size Me“ – nach dem enormen Erfolg der Doku wurden die Riesenportionen bei McDonalds dauerhaft gestrichen.

Film wirkt also. Auch Werbefilm übrigens. Ein trauriges Beispiel ist der Begriff „CO2-Fußabdruck“. Wusstet ihr, dass er aus einer Werbekampagne des Ölgiganten BP stammt? Ziel war es, die Klimakrise als ein individuelles Versagen zu framen – eine Taktik, die bis heute leider super funktioniert. Die Klimakrise ist aber keine Krise des Individuums, sondern logische Folge eines zerstörerischen Systems. Das müssen wir verstehen, aussprechen und entsprechend gemeinsam handeln.

Damit Film dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht werden kann, muss der Prozess zur Erarbeitung von ökologischen Standards weiter geöffnet werden. Es bedarf dringend der Einbeziehung der kulturellen Wirkung von Film, um eine maximal umweltfreundliche Wirkung zu entfesseln.

Ich hoffe, dass dieser Artikel zumindest einen Anstoß geben kann, die Anforderungen für nachhaltige (Werbe)Filme zu überdenken. Wünschenswert wäre, dass dieser Prozess transparent vermittelt oder sogar für Menschen außerhalb der eigenen Bubble geöffnet wird.

 

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Marc Tort Bielefeld versucht, mit seinen Videos zur gesellschaftlichen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit beizutragen. Seit 2017 passiert dies hauptsächlich durch das Wiederverwerten von bereits bestehenden Medien. 2022 hat er die akomo eG i. G., ein ökosoziales Kollektiv von Kommunikationsexpert:innen, mitgegründet.

Foto: ©Daniel Hundertmark

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